Fachexkursion 2026 – Saarbrücken

Von der Geschichte geprägt:

Bau-, Industriekultur und Stadtentwicklung erleben.

An der deutsch-französichen Grenze mit ISR, MOLA und MobilWerk.

Am 19. Juni 2026 machten sich die Teams von MOLA, MobilWerk und ISR bereits am frühen Morgen auf den Weg in Richtung Saarbrücken – dem diesjährigen Ziel der gemeinsamen Fachexkursion.

Bei strahlendem Sonnenschein gab es in diesem Jahr den ersten Programmpunkt bereits auf dem Hinweg: Zwischenstopp in Trier. Hier wurden wir vom Geschäftsführer der egp, David Becker, gemeinsam mit einer Mitarbeiterin der Stadt Trier empfangen. Gemeinsam besichtigten wir das Wohnbauentwicklungsprojekt auf dem ehemaligen Kasernengelände Castelnau. Während eines Spaziergangs über die in Entwicklung befindlichen und teils fertiggestellten Flächen, gab uns Herr Becker spannende Einblicke über den aktuellen Stand des Projekt, berichtete von Hürden und Erfolgen, dem Modell der Zusammenarbeit unter den Akteur*innen sowie künftigen Vorhaben und nächsten Schritten der Entwicklung.  Für uns definitiv ein gelungener Start in das bevorstehende Exkursionswochenende.

Nach einer kurzen „hydration break“ und Stärkung beim Picknick am Mittag, wurde die Fahrt dann fortgesetzt. Schon bald erreichten wir das eigentliche Ziel – Saarbrücken.

Baukultur am Mügelsberg: Denkmalpflege, Revitalisierung und Stadtgeschichte

Sofort stand der nächste Programmpunkt auf dem Plan. Mit den Inhabern des Saarbrücker Architekturbüros baubar | urbanlaboratorium entdeckten wir die Baukultur am Mügelsberg – nordöstlich der Saarbrücker Innenstadt. Die Führung startete mit einer Einführung in die Saarbrücker Stadthistorie, gefolgt von einer Besichtigung der unter Denkmalschutz stehenden Mügelsbergschule (Technisch-Gewerbliche Berufsbildungszentrum) – entworfen und gebaut nach den Plänen vom ehemaligen Stadtbaudirektors Peter Paul Seeberger in den 1950er und 1960er Jahren.

Weiter ging es zum ehemaligen Siemensgebäude, welches unter Auflagen des Denkmalschutzes zu einem energieeffizienten Wohngebäude mit gastronomischen Erdgeschossnutzungen revitalisiert wurde. Die Führung endete mit einem Spaziergang durch die Wohngegend.

Sichtlich erschöpft von den vielen spannenden Eindrücken des ersten Tages, ließen wir den Abend dann beim gemeinsamen Abendessen mit Mezze und guten Gesprächen ausklingen.


Quartiersentwicklung in Alt-Saarbrücken: 40 Jahre Stadtplanung im Blick

Auch am zweiten Tag starten wir mit einer gemeinsamen Tour. Diese führte durch das Untere Alt Saarbrücken. In diesem Stadtteilspaziergang erlangten wir spannende Einblicke in die Quartiersentwicklung der vergangenen 40 Jahre. Der Stadtteil beherbergt einen der Hochschulstandorte in Saarbrücken, welcher gemeinsam mit der Nachbarschaft und den öffentlichen Akteuren über die Jahrzehnte entwickelt wurde. Heutzutage ist das Quartier von leerstehenden Ladenlokalen, einer alternden Gesellschaft, aber auch spannenden neuen Entwicklungen geprägt. Zudem ist auch dieser Stadtteil geprägt von der Stadtautobahn, welche parallel der Saar durch das gesamte Stadtgebiet führt. Einen ganz anderen Charakter der Stadt lernten wir im Bereich des verwilderten Friedhofs Alt-Saarbrücken und dem Quartier rund um die Deutschherrenkapelle kennen. Der Spaziergang zeigte spannende Entwicklungen, jedoch leider auch gescheiterte Visionen der Stadtplanung vergangener Jahrzehnte.

Zwei Perspektiven auf Saarbrücken: Baugeschichte und verborgene Spuren im Stadtraum

Die erste Gruppe startete am Hauptbahnhof und der nahe gelegenen EUROPA-Galerie, einem denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Bergwerksdirektion Saarbrücken nach Plänen des Architekten Martin Gropius im Stil der Neorenaissance. Nach der Besichtigung des Bürgerparks überquerten wir die Saar und machten Halt an der bekannten Ludwigskirche und dem Saarbrücker Schloss. Mit einen Spaziergang durch die Saarbrücker Altstadt und einem Eis auf die Hand endete die Tour am Rathausplatz.

Die zweite Gruppe zog durch die Straßen des Stadtteils St. Johann – von Spuren des ehemaligen Stadttores in einer Häuserwand bis hin zu alten Bodenplatten oder Bunkermarkierungen aus Kriegszeiten, gab es auch heute noch viel aus der Saarbrücker Geschichte im Stadtbild wiederzufinden – wenn man mit geöffnetem Blick durch die Straßen zieht.

Den herausfordernden Temperaturen zum Trotz, konnten wir auch am zweiten Tag wieder viele tiefergehende Einblicke in die städtebauliche Entwicklung Saarbrückens gewinnen. Im Brauhaus Zum Stiefel starteten wir dann gemeinsam in den Abend und ließen das Erlebte Revue passieren.


Besichtigung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte

Auch Tag drei hielt noch einen Zwischenstopp für uns bereit. Wir hielten unweit von Saarbrücken am UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Während eine Gruppe von einem ehemaligen Mitarbeiter alles rund um das Erbe und die frühere Stahlproduktion lernte, begab sich die zweite Gruppe durch den Urban Arts Parcours im Zechengelände. Der Halt war eine gelungene Abwechslung zum sonst sehr fachbezogenen Programm und bot für uns den perfekten Abschluss, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Für uns alle war es wieder eine rundum gelungene Reise, die uns sowohl Inspiration als auch den ein oder anderen Anhaltspunkt für innovative Lösungen und Ideen mitgab.


Fotos: Peter Spotka