Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 71.59 „Sullivan Süd“ Mannheim

Auf dem ehemaligen Kasernenareal im Stadtteil Käfertal im Osten der Stadt Mannheim entsteht ein neuer Stadtteil. Durch die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 71.59 „Sullivan Süd“ soll die Entwicklung des südlichen Teilbereichs der ehemaligen Sullivan Barracks planungsrechtlich gesichert werden. Zur Vorbereitung der Nachnutzung wurde zunächst ein städtebaulicher Ideenwettbewerb durchgeführt, der die Grundlage für die weitere Planung bildete.

Ziel der Planung ist die Entwicklung eines lebendigen, gemischt genutzten Quartiers. Vorgesehen sind Wohnnutzungen, gewerbliche Flächen, Bürostandorte, eine Quartiersgarage sowie soziale Infrastruktur in Form einer Kindertagesstätte. Die planungsrechtliche Umsetzung erfolgt durch die Festsetzung von Mischgebieten und allgemeinen Wohngebieten.

Im Rahmen der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans wurde ISR u.a. mit der Erarbeitung des Grünordnungsplans beauftragt. Ein Grünordnungsplan ist ein wichtiger Bestandteil des Bauleitplanverfahren, der die naturschutzfachlichen und ökologischen Belange erfasst und Vorgaben zu den grünorderischen Maßnahmen trifft. Die Erarbeitung des Grünordnungsplans erfolgte in enger Abstimmung mit Architekten, Freianlagenplanern, der Flächeneigentümerin und der Stadt Mannheim. Dabei wurden wesentliche Themen wie das Freianlagenkonzept, die Integration von Feuerwehraufstellflächen, die Bewertung des vorhandenen Baumbestands, das Regenwasser­management sowie artenschutzrechtliche Anforderungen berücksichtigt.

Stadt: Mannheim
Auftraggeber: MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH
Leistungen: Bauleitplanung, Umweltbericht, Grünordnungsplan

Grundlage bildete eine umfassende Bestandsanalyse, einschließlich einer Biotopkartierung und der Erfassung umweltrelevanter Standortfaktoren. Darauf aufbauend wurden gezielte grünordnerische Maßnahmen entwickelt. Im Rahmen der Eingriffsbewertung wurden die Auswirkungen auf Natur und Landschaft analysiert und durch die Festsetzung von Pflanzflächen, Baumstandorten sowie Flächen zum Erhalt von Vegetationsstrukturen minimiert. Auch klimatische und lufthygienische Aspekte flossen in die Planung der Freiräume ein.

Besondere Bedeutung kam dem Umgang mit Regenwasser zu. In Reaktion auf die Herausforderungen des Klimawandels wurden Maßnahmen zum Regenwassermanagement und zur Verbesserung des lokalen Wasserhaushalts integriert. Die Freianlagen- und Hochbauplanung berücksichtigt u.a. Maßnahmen zur Rückhaltung des Regenwassers auf den Dachflächen als auch eine Versickerung des verbleibenden Niederschlagswassers in den Boden.

Der Grünordnungsplan bewegt sich im Spannungsfeld vielfältiger Nutzungsansprüche: Neben der Schaffung attraktiver privater und öffentlicher Freiflächen und Spielflächen sind auch die Anforderungen an Brandschutz (Feuerwehraufstellflächen), Erschließung und Stellplätze zu berücksichtigen. Insbesondere in einem verdichteten urbanen Umfeld kommt der multifunktionalen Nutzung von Freiräumen eine zentrale Rolle zu. Durch die geplant Quartiersgarage können weite Teile des Plangebiets autofrei gestaltet werden. Der multifunktionale Ansatz sieht zudem vor, dass die Versickerungsflächen zusätzlich als Grün- bzw. Spielflächen nutzbar sind, sodass der Freiraum optimal genutzt werden kann.