Kooperatives Werkstattverfahren „ara-, Neumann-, Bürenareale“ Langenfeld
Leitidee
Ziel der städtebaulich-freiraumplanerischen Gesamtstrategie ist es, zwei einzigartige, flexibel nutzbare und nachhaltige Standorte mit Strahlkraft für Immigrath und Langenfeld zu entwickeln. Für die Plangebiete bedeutet dies, dass die bestehenden Siedlungsbereiche arrondiert und die baulich gewachsenen Übergänge zwischen Wohnen und Gewerbe durch Vielfalt und Nutzungsoffenheit neu definiert werden. Dabei wird Augenmerk auf die Weiterentwicklung der städtebaulichen Identität und die Implementierung der verträglichen langenfeldtypischen Nutzungsmischung für eine vielfältig zusammengesetzte Bewohner- und Nutzerschaft gelegt. Das Angebot von neuen qualitativ hochwertigen Baustrukturen und Freiräumen schafft einen deutlichen Mehrwert für die Menschen in Langenfeld. Es werden klar ablesbare Teilbereiche ausformuliert: der Langenfeld-Inkubator für Wohnen und Arbeiten auf dem ehemaligen Neumann & Büren-Gelände, Urbanes Wohnen und Arbeiten auf dem Ara-Gelände sowie eine klimaresiliente weiterentwickelte Hardt als verbindendes Element.

Urbanes Wohnen und Arbeiten (ehem. ara-Gelände)
Es entsteht ein klar gefasstes und von öffentlichen Räumen durchzogenes Quartier, dass sich aus unterschiedlichen Nutzungsbausteinen zusammensetzt. Das nördliche Teilquartier auf dem Ara-Gelände ist mit einer Durchmischung von Gewerbe-, Büro- und Handwerksangeboten und verschiedenen Wohnformen geplant. Die Teilfläche südlich Zur Schlenkhecke sieht Wohnungen für ein breites Spektrum an Bewohnenden vor. Zusammen entsteht ein buntes und inklusives Quartier, das durch seine Lebendigkeit und Offenheit zu den Nachbarschaften in der Umgebung Mehrwerte nach Innen und Außen schafft. Verbindendes Element ist der autofreie Wohnanger. Er wird von neuen Wohngebäuden gesäumt und durch ein Mischen von Wohnen und Arbeiten mit aktiven Erdgeschossnutzungen bespielt.
Die Baufelder sind zum Wohnanger ausgerichtet und entfalten hier ihre Adressbildung. So entstehen in den Wohnblöcken ruhige nutzbare Freiräume, die auf kleinmaßstäblicher Ebene das nachbarschaftliche Zusammenleben prägen und wichtige Funktion im Quartiersgefüge übernehmen. Es wird ein Mix sehr unterschiedlicher Typologien vorgesehen mit dem Reihenhaus als kleinster Einheit, gefolgt von Mehrgenerationenhäusern in unterschiedlichen Konfigurationen und Geschosswohnungsbauten. In allen Typen kann und soll geförderter Wohnraum entstehen. Eine höchstmögliche Mischung von Bauherrenschaften, Genossenschaften und Bewohnenden ist das Ziel.
Stadt: Langenfeld
Auftraggeber: Stadtentwicklungsgesellschaft Langenfeld mbH
Flächengröße: ca. 4,5 ha ara-Gelände und ca. 2,1 ha Neumann & Büren-Gelände
Kooperationen: MOLA Landschaftsarchitektur GmbH, Illustrakies (Paul Trakies)
Langenfeld-Inkubator (Neumann & Büren-Gelände)
Um das Ziel zu erreichen, ein lebendiges und feinkörnig gemischtgenutztes Quartier zu schaffen, entstehen im Langenfeld-Inkubator vielfältig in Größe, Lage und Zuschnitt Räume für nicht störendes Gewerbe, kleinteiliges Handwerk, Dienstleistungen und Gastronomie. Eingebettet in einen öffentliche zugänglichen, klimaresilienten Skulpturengarten und mit vielfältigen Mobilitätsangeboten entsteht hier ein urbaner Arbeitsort, ein „Think-Tank“ für Langenfeld und die weitere Umgebung.
Ergänzt wird das verträgliche Gewerbe mit Wohnnutzung, um rund um die Uhr den Standort zu beleben. Langfristig ließe sich das Wohnen auf dem jetzigen Aldi-Gelände weiterentwickeln und die bestehende Wohnnutzung arrondieren.
Im Bereich ehemals Neumann & Büren entwickelt sich eine große Nutzungsvielfalt von Gewerbe und Wohnen. Im Langenfeld-Inkubator sollen zwischen den verschiedenen Akteuren Synergien entstehen und bestenfalls entstehen hier Impulsprojekte die das gemeinschaftliche Leben in Immigrath oder auch Langenfeld verbessern. Der Langenfeld-Inkubator wird als Ideenschmiede verstanden.
Der neue Langenfeld-Inkubator ergänzt den Immigrather Platz als Herz des Stadtteils und ermöglicht durch die anschließenden öffentlichen zugänglichen Freiräume vielseitige soziale Interaktionen für neuen anwohnenden Immigrather*innen.




Klima
Trotz urbaner Dichte weist das Quartier eine hohe räumliche Durchlässigkeit auf. Insbesondere die Freiraumachsen mit Bezug zur Fulda dienen dem Frischluftaustausch und tragen zur natürlichen Kühlung des Quartiers bei. Ein Netz aus grünen Korridoren verbessert das Mikroklima, vernetzt Biotope und fördert die Biodiversität. Extensive Dach- und Fassadenbegrünung, dezentrale Regenwasserrückhaltung und Retentionsflächen setzen das Schwammstadtprinzip um. Insgesamt ist der Umgang mit Klima und Ressourcen ein zentrales Element der Quartiersentwicklung – als Beitrag zu einer klimaresilienten, ökologisch hochwertigen und nachhaltigen Stadtstruktur.