Meerbusch – Böhler Areal 2

Florian Krieger Platzpespektive

Ziel des Wettbewerbsverfahrens war eine qualitätsvolle stadtplanerische Umgestaltung für das „Areal Böhler 2“ in Meerbusch-Büderich. Hier sollten städtebauliche Ideen aufgezeigt werden, die eine nachhaltige Nutzungsperspektive für den Standort sicherstellen. Es sollte ein lebenswertes Stück Stadt geschaffen werden, das Wohnen für alle Lebenslagen und alle Preissegmente ermöglicht.

Das neue Quartier sollte insbesondere von einer hohen Qualität des Wohn- und Arbeitsumfeldes mit integrierter Infrastruktur, hochwertigen und klimafesten Freiräumen, verträglicher Nutzungsmischung und intensiver Vernetzung mit den angrenzenden Stadträumen geprägt sein. Das neue Bauensemble sollte von einer geeigneten Architektursprache, die das Thema Wohnatmosphäre und Nachbarschaften entsprechend zum Ausdruck bringt, geprägt sein. Dabei sollte das neue Quartier unter Berücksichtigung vorhandener Nachbarschaften von einer eigenen Identität geprägt sein.

Um die städtebauliche Qualität an dem potenzialreichen Standort zu sichern, hat sich die Ausloberin in Zusammenarbeit mit der Stadt Meerbusch dazu entschieden, den vorliegenden zweiphasigen Wettbewerb durchzuführen. Die Schaffung einer qualitativ hochwertigen Struktur und die Aufwertung der Gesamtsituation unter Definition einer sozial gerechten und nachhaltigen Wohnnutzung unter Berücksichtigung gesunder Wohnverhältnisse (Schallschutz, Besonnung und Klimaschutz) ist eines der Ziele für das Wettbewerbsverfahren. Ein weiteres Ziel stellt die Co2-neutrale Energie- und Wärmeversorgung des Planungsareals dar. Hierzu sollen von den teilnehmenden Büros innovative Lösungsvorschläge aufgezeigt werden, die den Ansprüchen einer klimafesten Stadt entsprechen.

Hier finden Sie die Dokumentation zum Verfahren: Dokumentation BÖHLERLEBEN

1. Preis - florian krieger

Der Entwurf gliedert sich in einen vorwiegend gewerblich genutzten Bereich im Nordosten vis-à-vis der Hallenbauten des Böhler Areals und die Wohnquartiere im Südwesten, die sich zum Grün des Parks öffnen und die neue Bebauung mit der kleinteiligeren Wohnbebauung Meerbusch-Büderichs verknüpfen. Dazwischen entsteht im Mittelpunkt des neuen Quartiers ein platzartig gestalteter öffentlicher Raum als Treffpunkt – der Anger. Er bietet Raum für Quartiersfeste, einen Wochenmarkt / Flohmarkt, kulturelle Veranstaltungen, einen Biergarten aber auch Grünflächen für Spielplätze und Erholung z.B. beim urban Gardening.

Durch seine Nutzungsmischung und städtebauliche Struktur fungiert das neue Quartier als Mittler zwischen den unterschiedlichen städtebaulichen „Körnungen“ und Maßstäben im heterogenen Umfeld – den locker kleinteiligen Bebauungsstrukturen Meerbuschs im Süden und Westen und den Industriehallen des Böhler-Areals im Norden sowie den urban verdichteten  Bereichen an der Stadtgrenze zu Düsseldorf im Osten.  Außerdem vermittelt es zwischen den radial geschwungenen Siedlungsstrukturen des Ortsteils Meerbusch-Büderich und den orthogonalen Strukturen des Böhler-Areals und der angrenzenden Stadtteile Düsseldorfs.

An der Böhlerstraße setzt sich die vorwiegend geschlossene Bauweise der Oststraße fort: Hier folgen auf einen Block mit einer flexiblen Nutzung aus Gewerbe, Wohnen und Kita („Jokerblock“), die Schule und weitere Wohnbauten als Lärmschutztypen bis zum Abschluss an der Kreuzung Düsseldorfer-Straße.

Lageplan, 1:1000, florian krieger

Vogelperspektive, florian krieger

Lageplan, 1:500, florian krieger

Fußgängerperspektive, florian krieger

2. Preis - Thomas Schüler

Das neue Quartier entwickelt sich aus dem städtischen Gefüge von Meerbusch heraus, bildet die neue westliche Stadtkante und verwebt sich mit der angrenzenden Bebauung auf Düsseldorfer Seite.

Das Konzept definiert drei eigenständige Stadtquartiere die sich um den zentralen Böhlerpark herum entwickeln und seine Ränder definieren. Der Park wird zukünftig durch Büderich, das arrondierte Quartier „Unter der Mühle“ und durch das urbane Stadtquartier gerahmt.

Die Grundschule mit der angrenzenden Kita liegen eigenständig als Campus frei im Böhlerpark und sind von allen Seiten aus sichtbar und zugänglich. Der Campus bildet hier eine Mitte innerhalb des Grünraums aus. Über eine markante freiräumliche Aufweitung entsteht ein großes Landschaftsfenster welches sich mit einer öffnenden Geste nach Meerbusch hin orientiert und so das neue Stadtquartier auch räumlich und funktional an Meerbusch anbindet.

Das Plangebiet gliedert sich in zwei Teilbereiche mit einem kleinteiligeren Wohngebiet im Süden und dem urbanen Stadtquartier im Norden. Das urbane Quartier nördlich vom Böhlerpark bildet ein zeitgemäßes Quartier welches Wohnen und Arbeiten verknüpft, Raum für neue Wohnformen schafft und über ein zukunktsfähiges Mobilitätskonzept verkehrsfrei ausgebildet wird. Hierbei wird über eine Mischung der unterschiedlichen Wohnytpologien ein belebter und attraktiver Stadtteil geschaffen.

Lageplan, 1:1000, Thomas Schüler

Vogelperspektive, Thomas Schüler

Lageplan, 1:500, Thomas Schüler

Fußgängerperspektive, Thomas Schüler

3. Preis - Christoph Kohl

In den Städten gehören die Straßen fast ausschließlich dem Auto. In unserem Viertel soll es umgekehrt sein: Die Straßen gehören den Menschen. Es sind angenehme Aufenthaltsräume mit viel Grün und vor allem Platz für Begegnung, Austausch und Spiel. Die Autos dagegen stehen an konzentrierten Orten. Die dem Wohnungsbau zuweisbaren PKWs in den darunterliegenden Tiefgaragen, der Mehrbedarf wie Zweitwagen, Besucher, Beschäftigte und Pendler in 2 effizienten Quartiersgaragen.

In unserer Nachbarschaft bekommt das Auto keinen entscheidenden Vorteil gegenüber vernünftigeren Transportmitteln. ÖPNV-Haltestellen liegen mindestens so nahe wie die nächste Quartiersgarage. An den Haltestellen gibt es ausreichend Fahrradbügel, sein Fahrrad kann man als Bewohner oder Besucher immer sicher und in unmittelbare Nähe zu Wohnung und Arbeitsplatz parken.

Indem der Ruhende Verkehr in effizienten Quartiersgaragen untergebracht wird, gewinnt man viel Platz für grüne und öffentliche Räume. So ist für natürliche Belebung gesorgt, da entlang der Haupterschließung – die eine ausschließlich für den langsamen Verkehr, Fußgänger und Radfahrer ist – Bewegung innerhalb des Quartiers stimuliert wird. Den größten Beitrag den der Städtebau zur Nachhaltigkeit liefern kann, ist die Kombination von Dichte und Grün, das lebendige Neben- und Miteinander von vielfältigen öffentlichen und privaten Funktionen. So werden weniger Flächen versiegelt, die Wege kürzer, Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr attraktiver.

Lageplan, 1:1000, Christoph Kohl

Vogelperspektive, Christoph Kohl

Lageplan, 1:500, Christoph Kohl

Fußgängerperspektive, Christoph Kohl

Scroll to Top